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Sardinien Strände im Sommer – was die Fotos dir nicht zeigen

Wir sagen das nicht gerne. Denn alle diese Sardinien Strände sind wirklich schön – auch im Sommer. Wirklich. Wir meinen das ernst.


Aber schön und enttäuschend schließen sich nicht aus – zumindest nicht im Juli und August auf Sardinien. Und weil wir jeden Sommer mit Gästen über die Insel fahren und ihre Gesichter sehen wenn sie nach einer Stunde Parkplatzsuche endlich am Strand ankommen und feststellen dass dort kein Platz mehr ist – schreiben wir diesen Artikel.


Sardinien hat über 2.000 Kilometer Küstenlinie und Hunderte von Stränden. Aber alle drängeln sich an denselben vier oder fünf Orten. Warum? Weil Reisebüros, Blogger und Influencer immer wieder dieselben Bilder zeigen – und weil diese Bilder meistens im April oder Oktober aufgenommen wurden oder sogar im Winter.


Was im April traumhaft aussieht, sieht im August anders aus. Wir erklären dir welche Sardinien Strände im Sommer das betrifft – und was du stattdessen tun kannst.



La Pelosa Strand, Sardinien
Spiaggia La Pelosa in Stintino (Foto aufgenommen Anfang April)

La Pelosa – der bekannteste Strand Sardiniens im Sommer


La Pelosa ist wahrscheinlich der meistfotografierte Strand Sardiniens. Türkisfarbenes Wasser, weißer Sand, ein kleiner Turm am Ende der Landzunge – das Bild kennt jeder. Und ja, es stimmt. Es sieht wirklich so aus.


Das Problem: Alle wissen das. Wirklich alle.


Im Sommer brauchst du für La Pelosa eine Reservierung – ohne kommst du gar nicht erst rein. Und selbst mit Reservierung bist du Teil einer kontrollierten Besucherzahl, die trotzdem groß genug ist damit von der idyllischen Ruhe der Hochglanzfotos nichts übrig bleibt.


La Pelosa ist einzigartig – keine andere Lagune auf Sardinien kommt ihr wirklich nah. Deshalb gibt es hier keine echte Alternative. Unser Rat: Mai oder ab Mitte September. Noch besser: Oktober. Dann ist das Wasser genauso schön, der Strand fast leer – und das Bild das du im Kopf hattest wird Wirklichkeit.



Strand Cala Brandinchi, Sardinien
Cala Brandinchi, auch "Little Tahiti" genannt (Foto aufgenommen im Februar)

Cala Brandinchi & Lu Impostu – Reservierungspflicht im Sommer


Cala Brandinchi wird manchmal „Little Tahiti Sardiniens" genannt. Wir verstehen warum – feiner weißer Sand, flaches türkisfarbenes Wasser, eine Schönheit die wirklich atemberaubend ist.


Aber: Auch hier kommst du im Sommer ohne Reservierung nicht rein. Das Zutrittssystem mit Zeitfenstern und begrenzter Besucherzahl existiert aus gutem Grund – die Bucht ist schlicht zu klein für das Interesse das sie auf sich zieht. Wer spontan im August auftaucht, steht vor einer geschlossenen Schranke. Das gilt auch für Lu Impostu, diese Bucht liegt direkt daneben.


Mit Reservierung lohnt es sich trotzdem – aber du musst schnell sein. Denn du kannst über eine App maximal 48 im Vorraus reservieren. Und wähle das frühe Zeitfenster. Um 8 Uhr morgens ist Cala Brandinchi noch das Sardinien deiner Träume. Um 11 Uhr wird es eng.


Ab Ende September/Oktober fällt die Reservierungspflicht – und dann gehört die Bucht fast dir allein.




La Cinta Strand San Teodoro, Sardinien
Unser Hausstrand La Cinta (Foto aufgenommen Mitte April morgens um 07:00 Uhr)

La Cinta – unser Zuhause, ehrlich bewertet


La Cinta ist unser Zuhause – San Teodoro ist unser Dorf. Also nimm das was wir jetzt sagen mit dem entsprechenden Hintergrundwissen.


Im August ist La Cinta ein langer, voller Strand. Liege an Liege, Strandmuschel an Strandmuschel, Parkplatz hoffnungslos überfüllt. Das Wasser ist schön, der Wind macht Kitesurfer glücklich – aber die Entspannung die man sich vielleicht vorstellt bleibt aus.


Unsere Alternative: Fahr nach La Caletta oder schau dir die Strände rund um Posada an. Gleiche Küste, gleiche Meeresfarbe, deutlich weniger Menschen. Und wenn du wirklich Karibikfeeling suchst: Berchida. Ein langer weißer Sandstrand, umgeben von Pinien, türkisfarbenes Wasser – und im Vergleich zu La Cinta im August fast menschenleer. Wir sind immer wieder überrascht wie wenige ihn kennen oder zu bequem sind die Fahrt auf sich zu nehmen.



Cala delle Vacche, Traumstrand Sardinien
Cala delle Vacche (Foto aufgenommen Anfang März)

Cala delle Vacche – Instagram-Hotspot mit Folgen


Cala delle Vacche ist inzwischen ein echter Instagram-Hotspot. Und das merkt man.


Was früher weniger bekannt war ist heute gut besucht. Die Bucht ist winzig, der Weg dorthin führt über Felsen und Granit – festes Schuhwerk ist Pflicht, kein gemütlicher Spaziergang. Das hält viele aber nicht ab. Ab April pilgern die Leute dorthin.


Um 8 Uhr morgens hast du noch Platz. Um 11 Uhr nicht mehr. Früh aufstehen ist hier keine Empfehlung – es ist eine Notwendigkeit.


Wer eine ruhigere Alternative sucht: Die Buchten rund um Punta Molara sind weniger bekannt und genauso schön. Weniger Instagram, mehr Sardinien.



Strand Capriccioli, Costa Smeralda, Sardinien
James Bond Strand Capriccioli an der Costa Smeralda (Foto aufgenommen im Oktober)

Capriccioli – Costa Smeralda Strand im Sommer


Capriccioli ist einer der bekanntesten Sardinien Strände an der Costa Smeralda – und das aus gutem Grund. Die kleinen Felsbuchten, das türkisfarbene Wasser, das mediterrane Grün bis ans Meer. Wirklich wunderschön.


Aber klein. Sehr klein. Und durch den Beachclub und die Nähe zum Cala di Volpe Hotel ist er schon im Juni gut gefüllt. Die kleinen Buchten die so verlockend auf Fotos aussehen, sind im Sommer schnell besetzt.


Für die gesamte Costa Smeralda gilt dasselbe: Zwischen Juni und Mitte September ist hier Hochbetrieb. Wer trotzdem hin will – sehr früh hinfahren. Ab Mitte September gehört dir die Küste fast allein. Das Wasser ist noch genauso schön, die Preise fallen, die Parkplätze sind leer. Dann ist die Costa Smeralda das was sie sein soll.




Cala Mariolu, Bucht Golfo Orosei, Sardinien
Cala Mariolu im Golf von Orosei (Foto aufgenommen Anfang Juni)

Cala Mariolu & Cala Goloritzé – was Sardinien-Fotos verschweigen


Hier müssen wir etwas sagen das viele überrascht – und das auf keinem einzigen Hochglanzfoto zu sehen ist.


Diese Strände haben keinen Sand.


Wirklich. Die Fotos sehen aus wie Karibik – weißes Ufer, türkisfarbenes Wasser, spektakuläre Felsen. Was du auf den Fotos nicht siehst: Das Weiße ist kein Sand. Es sind flache weiße Kieselsteine. Wunderschön anzuschauen – aber wer eine Strandmatte ausbreiten und entspannen will, wird überrascht sein.


Und dann kommt dazu: Ab Juni legen hier stündlich Ausflugsboote an. Zwei Stunden Aufenthalt, nächste Gruppe rein. Die Buchten sind klein, die Boote ankern dicht gedrängt davor – von der Wildheit und Stille die die Fotos versprechen ist im Hochsommer nichts mehr übrig.


Das bedeutet nicht dass diese Buchten nicht schön sind – sie sind außergewöhnlich. Aber sie sind am schönsten in der Nebensaison wenn die Ausflugsboote seltener fahren und die Buchten wieder atmen können. Und mit Nebensaison meinen wir nicht Anfang September – dazu gleich mehr.



Santa Teresa di Gallura, Straße zum Strand Rena Bianca, Sardinien
Strasse hinunter zum Rena Bianca in Santa Teresa (Foto aufgenommen im April)

Rena Bianca – Sardiniens beliebtester Ortsstrand im Sommer


Rena Bianca liegt direkt vor Santa Teresa di Gallura – Ortsstrand, gut erreichbar, schöne Aussicht auf Korsika. Im Frühjahr und Herbst charmant und entspannt.


Im Hochsommer ist Rena Bianca ein Stadtbadestrand. Der Ort zieht viele Touristen an, der Strand ist klein, die Infrastruktur entsprechend ausgelastet. Seit 2024 ist auch hier der Zutritt reglementiert und man muss reservieren.


Wer echte Strandruhe sucht, fährt ein paar Kilometer weiter – die Küste rund um Santa Teresa hat einiges mehr zu bieten als den Hauptstrand.



Strand von La Caletta, Sardinien
der Strand von La Caletta, selbst im Sommer findet man ein Plätzchen (Foto aufgenommen im Juli)

Sardinien im Sommer – unser ehrliches Fazit


Noch ein wichtiger Hinweis zum Timing bevor du planst: Wenn wir Nebensaison sagen, meinen wir nicht Anfang September. Die Deutschen und Schweizer kommen dann erst richtig. Auf Sardinien wird es erst ab Mitte September spürbar ruhiger – und Oktober ist für uns persönlich einer der schönsten Monate auf der Insel. Warmes Wasser, goldenes Licht, kaum Menschen. Das ist das Sardinien das wir lieben.


Und jetzt zum eigentlichen Punkt: Sardinien hat über 2.000 Kilometer Küstenlinie. Hunderte von Stränden. Buchten die keinen Namen haben, Küstenabschnitte die auf keiner Bestseller-Liste auftauchen, Orte die du zufällig findest wenn du einfach mal abbiegst ohne genau zu wissen wohin.


Das Lustige ist: Genau diese Sardinien Strände sind es die die meisten Menschen am Ende der Reise beschreiben wenn wir fragen was ihr schönstes Erlebnis war.


Nicht Cala Goloritzé mit 50 anderen Booten davor. Sondern die kleine namenlose Bucht die sie am dritten Tag zufällig entdeckt haben.


Sardinien belohnt alle die nicht den Massen hinterherlaufen. Es ist genug Platz da – wirklich. Du musst ihn nur suchen wollen. Und manchmal bedeutet das einfach: Abbiegen. Parken. Schauen.


Sonnige Grüße von der Insel,

Vicki & Gerry



Vicki & Gerry, Sardinien

Wer schreibt hier?

​Wir sind Vicki und Gerry aus Wien und haben 2022 beschlossen, unseren Traum auf Sardinien zu leben. Hier haben wir wieder zu uns selbst gefunden, unsere Sinne geschärft und eine neue Perspektive auf das Leben gewonnen. Unser Ziel ist es, die Kraft der sardischen Lebensweise mit dir zu teilen – damit auch du von den Geheimnissen der Hundertjährigen profitieren kannst.

Vicki arbeitet als Reiseleiterin vor Ort und begleitet jeden Sommer Reisegruppen und zeigt ihnen den Nord-Osten Sardiniens. Die Winterpause nutzt sie, um an ihren Buchprojekten zu arbeiten und zu schreiben.

Gerry ist dein Skipper und zeigt dir das traumhafte Tavolara Archipel. Im Winter werden zahlreiche neue Rezepte ausprobiert und Klassiker verfeinert, denn neben dem Meer, ist die Küche sein Revier. 

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